Leer.Gut

Zu Beginn steht die Frage: Was verbirgt sich hinter Leerstand?

Die Antwort darauf ist vielschichtig und Teil dessen, was Stadt und städtisches Leben ausmacht. Leerstand ist immer ein Raum im Dazwischen. Sein Füllstand ist ein Zwischenstand, denn in der Zeitigkeit des Urbanen gibt es weder Anfang noch Ende. Gerade wegen dieser vermeintlichen Undurchdringlichkeit, der Komplexität von Stadt, sind wir der Meinung, dass es sich lohnt, diese Vielschichtigkeit etwas zu entwirren.

Mit der Reihe “Leer.Gut” widmet sich R A D A R diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Leerstand und den städtischen Raum.

Gestartet wurde die Reihe im Rahmen des Projektes “Wohnzimmer Hauptwache” des Deutschen Architekturmuseums (DAM). Hier machte im Herbst 2022 das R A D A R-Mobil Halt an der Hauptwache und gab Gelegenheit zu “raum.gesprächen” mit geladenen Gästen und Passantinnen zu Stadt, Räumen und Plätzen.

(Auf dem Bild ist Robin Weidner mit seinem Open Stairs Möbel zu sehen)

Die Ideen und Aktionen des Wohnzimmer Hauptwache Projektes wurden im Rahmen einer “Leer.Gut” Pop-Up Woche im März 2023 in den Räumen der Braubachstraße 7 (nun Agentur für städtischen Wandel) weiterentwickelt. Hier konnten sich Interessierte über die Arbeit von R A D A R und die Nutzung von Leerstand informieren.


Weitergeführt wurde die Reihe im November 2023 durch die Projektwoche “Leer.Gut - Zwischen.Stand” und der Ausstellung „Viel Raum für vieles“ zum Thema Umnutzung von Leerstand. Gezeigt wurden aktuelle Perspektiven auf Leerstände und Zwischennutzungen, sowie deren kreative wie gemeinwohlorientierte Entwicklung und Aktivierung. Erweitert wurde die Präsentation durch das Diskursformat „Raum.Gespräch“ mit Kuratorin und Stadtforscherin Katharina Böttger (Frankfurt) und Stadtplaner Thimo Gerth (Kassel).

Leer.Gut - Zwischen.Stand
Viel Raum für vieles



Raumgespräch mit Katharina Böttger

Mi, 15.11.2023, 18:30 Uhr

Katharina Böttger arbeitet als freiberufliche Kuratorin und Stadtforscherin u.a. für das Stadtlabor am Historischen Museum Frankfurt und das Deutsche Architekturmuseum.

Ihr Interesse gilt der Wissensvermittlung von urbanen Prozessen und Phänomenen an der Schnittstelle von Architektur, Urbanismus und Kultur mit der Frage: Wer produziert das Bild der Stadt?

Zusammen mit Jonas Malzahn und Mathias Schnell kuratierte sie 2022 die Ausstellung „Nichts Neues. Besser Bauen mit Bestand“ für das Deutsche Architekturmuseum.

Raumgespräch mit Thimo Gerth

Fr. 17.11.2023, 18:30 Uhr

Thimo Gerth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Stefan Rettich am Fachgebiet Städtebau der Universität Kassel. Dort arbeitete er u.a. an den Forschungsprojekten „Neue Mobilität und Mobilitäts-Hubs im ländlichen Raum“ sowie dem Projekt „Obsolete Stadt“ und dessen Folgestudie „Zirkuläres Mannheim“.

In seiner Studienzeit war er sowohl studentischer Mitarbeiter am Fachgebiet Städtebau, wie auch am Fachgebiet Entwerfen im städtebaulichen Kontext und publizierte in der Buchpublikation „The Pandemic Space“ von Theo Deutinger zu den räumlichen Auswirkungen der Corona Pandemie auf Stadt und Architektur.

Von Dienstag, 14. bis Freitag 17.11.2023 veranstalteten in der "Agentur des städtischen Wandels" in der Braubachstraße die erste Projektwoche mit der Ausstellung „Viel Raum für vieles“ zum Thema Umnutzung von Leerstand, begleitet von unserem Diskursformat „Raum.Gespräch“. Wir haben aktuelle Perspektiven auf Leerstände und Zwischennutzungen, sowie deren kreative wie gemeinwohlorientierte Entwicklung und Aktivierung gezeigt. Dabei stellten wir uns die Frage, welche strategischen, innovativen und menschlichen Lösungsmöglichkeiten auf und für welche Ebene (Eigentümer*innen, Verwaltung, Initiativen, Institutionen) existieren, um Räume (wieder) zugänglich und nutzbar zu machen?